Die größten Produzenten

Bierbrauereien

 

Die größten vier Brauereien teilen mehr als 40 Prozent des Weltmarktes unter sich auf. Nun hat die weltweite Nummer 2 für die Nummer 3 geboten - um nicht von der Nummer 1 geschluckt zu werden. Hier in Kurzform die 6 größten Brauereikonzerne im Überblick.

Rang 1: Die unangefochtene Nummer eins ist die belgische Anheuser Busch InBev. Unfassbare 353 Millionen Hektoliter Bier braute die belgische Gruppe im letzten Jahr. Allerdings wurde der Konzern in diesem Quartal sowohl von herbstlichen Temperaturen im chinesischen Hochsommer als auch der politischen Eiszeit zwischen Russland und dem Westen kalt erwischt. Zwischen Juli und September setzte der weltweit größte Brauereikonzern 2,7 Prozent weniger Bier ab. Weil Ab Inbev mehr Geld für sein Bier verlangen konnte, stieg der Umsatz aber um gut zwei Prozent auf 12,2 Milliarden Dollar. Unter dem Strich blieben mit 2,3 Milliarden Dollar fünf Prozent mehr Überschuss, wie AB Inbev am Freitag mitteilte.

Alleine in Russland brach der Absatz wegen der schlechten Wirtschaftslage und der großen Unsicherheit durch den Ukraine-Konflikt um ein Fünftel ein. In China wurde der Konzern knapp fünf Prozent weniger Bier los, nachdem der Sommer vor einem Jahr das Geschäft noch mit Rekordtemperaturen angekurbelt hatte.

Mehr als 18 Prozent der weltweiten Bierproduktion entstehen bei Anheuser Busch unter Etiketten wie Budweiser, Beck's, Franziskaner Weissbier, Hasseröder, Diebels, Gilde, Leffe, Löwenbräu, Stella Artois usw. Der Konzern entstand 2008 durch den Zusammenschluss von InBev mit Anheuser-Busch. Weltweit sind rund 118.000 Mitarbeiter bei AB InBev beschäftigt, davon rund 2800 in Deutschland.

Rang 2: Der SABMiller-Konzern mit Sitz in Großbritannien überschwemmte den Biermarkt 2012 mit vollen 190 Millionen Hektolitern. Mit einem Anteil von 9,3 Prozent an der global Bierproduktion war SAB auch 2012 klar die Nummer zwei. Daran hat sich auch 2013 nichts geändert. Der wachsende Bierdurst in China und Afrika machten die Katerstimmung in Europa und Nordamerika im ersten Geschäftshalbjahr bis Ende September wett: Das bereinigte Ergebnis stieg um sieben Prozent auf rund 3,27 Milliarden Dollar. Für die kommenden sechs Monate kündigte SAB-Miller-Chef Alan Clark eine ähnliche Entwicklung an. Für Wachstum würden steigende Verkäufe in Schwellenländern sorgen - aber nicht die Industrieländer.

SAB Miller hat mehr als 200 Biersorten im Angebot, darunter Pilsner Urquell, Peroni, Tyskie und Miller. Das Unternehmen mit rund 70.000 Mitarbeitern ist in 75 Ländern präsent. SAB entstand 2002 nach der Fusion der South African Breweries und der US-amerikanischen Miller Brewing Company. Mehr als 78.000 Menschen arbeiten für die Megabrauerei.

Rang 3: Die Niederländer halten mit einer Menge von fast 172 Millionen Hektolitern souverän den dritten Platz. Ihr weltweiter Marktanteil liegt bei 8,8 Prozent. Bekannt ist der Konzern für das gleichnamige Bier aber auch für Marken wie Amstel, Foster's, Hacker-Pschorr, Kulmbacher und Paulaner.

Rang 4: Belegt Carlsberg mit etwas mehr als 6 Prozent der Weltproduktion. Auf Grund der neu in Schwung gekommenen Übernahmegerüchte legten nicht nur die Aktien von Heineken und SAB, sondern auch von Carlsberg am Montag deutlich zu.

Rang 5: Belegt die "China Resources Snow Breweries" mit 5,4 Prozent der Weltproduktion, die vor allem im bierdurstigen chinesischen Heimatmarkt vertreten ist. Deutsche Brauerein sind weit abgeschlagen ...

Rang 6: Die ebenfalls chinesische Tsingtao Brewery Group mit 3,8 Prozent der weltweiten Bierproduktion.


Spirituosen-Hersteller

 

Rang 1: Diageo. Der britische Riese ist seit Jahren Branchenprimus. Mit Marken wie Smirnoff, Johnny Walker, J&B, Buchanan's, Baileys, White-Horse und Guinness hält er die Topposition. Allerdings hat er im Geschäftsjahr 2013/2014 (Ende am 30. Juni) deutlich weniger verdient. Das operative Ergebnis sank um 10 Prozent auf 3,13 Milliarden Pfund. Der Umsatz ging - Währungsschwankungen sowie Zu- und Verkäufe eingerechnet - um 9 Prozent auf 10,3 Milliarden britische Pfund (knapp 13 Milliarden Euro) zurück.

Rang 2: Pernod Ricard. Der französische Spirituosen-Gigant, der einigen vom milchigen, anishaltigen Aperitif Pastis Ricard bekannt sein dürfte, vereint Marken wie Absolut Vodka, Ballantines, Jameson Irish Whiskey, Martell Cognac, Havana Club Rum, Beefeater Gin, Kahlúa und Malibu Liköre sowie G.H. Mumm und Perrier-Jouët Champagner unter seinen Dach. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2013/2014 (Ende zum 30. Juni) betrug 8,6 Milliarden Euro (Vorjahr: 8,2), der Nettogewinn 1,2 Milliarden.

Rang 3: Bacardi. Der Rum-Spezialist mit Sitz auf den Bermudas hält neben dem gleichnamigen Rum auch die Rechte an den Marken Martini, Bombay Saphire Gin, Dewar's Blended Scotch Whisky, Cazadores Tequila und Grey Goose Wodka. In Deutschland arbeiten rund 250 Menschen für Bacardi, weltweit sind es rund 5.800. Das Unternehmen feiert in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag. Den Grundstein legte 1862 der nach Kuba ausgewanderte Spanier Don Facundo Bacardi Massó. Verkaufte Liter: 320 Millionen. Umsatz Geschäftsjahr 2012/2013 (Ende 30. März) : geschätzte 6 Milliarden US-Dollar (Vorjahr: 5 Milliarden US-Dollar).

Rang 4: Beam Global. Der US-Konzern hat seine Wurzeln im Jahr 1795 in Kentucky. Aus der kleinen Destille wurde über die Jahrhunderte der weltweit viertgröße Spirituosen-Hersteller mit 3200 Angestellten. Heute sind bei Beam Global unter anderem diese Marken zu Hause: Jim Beam Whiskey, Maker's Mark Whisky, Pinnacle Vodka, Courvoisier Cognac, Canadian Club Whisky, Sauza Tequila und Teachers Whisky. Der Hauptsitz liegt in Deerfield, Illinois/USA. Verkaufte Liter: 333 Millionen. Umsatz 2013: 2,55 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 4 Prozent gegenüber Vorjahr, 2011 waren es allerdings noch 2,8 Milliarden.

Rang 5: Brown-Forman. Der amerikanische Spirituosen-Konzern ist vor allem für seine Whiskey-Marken bekannt - allen voran Jack Daniel's Tennessee Whiskey. Im Brown-Forman-Regal stehen zudem Canadian Mist Whiskies, Southern Comfort, Early Times Kentucky Whisky, Old Forester Kentucky Straight Bourbon Whisky, Woodford Reserve Kentucky Straight Bourbon Whiskey sowie die Tequila-Marken Pepe Lopez und Don Eduardo. Verkaufte Liter: 180 Millionen. Umsatz 2013/2014 (Geschäftsjahr endete am 30. April): 3,9 Milliarden US-Dollar (Vorjahr: 3,8); Operatives Ergebnis: 971 Millionen US-Dollar.


Weinanbau


Hier wird das Ranking nicht nach Einzelproduzenten bewertet, sondern nach dem Land des Weinanbaus und der Kelterung.


Rang 1: Frankreich ist 2014 wieder zum größten Weinproduzenten der Welt aufgestiegen und hat Italien vom Spitzenplatz verdrängt. In Frankreich werden dieses Jahr wahrscheinlich 46,2 Millionen Hektoliter Wein produziert, ein Zuwachs von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie die Internationale Organisation für Rebe und Wein (OIV) in Paris mitteilte.


Rang 2: Italien dagegen, zuletzt zwei Jahre in Folge bei der Weinproduktion ganz vorne, muss einen Rückgang von 15 Prozent auf 44,4 Millionen Hektoliter verkraften.

Rang 3: In Spanien geht die Weinproduktion sogar um 19 Prozent auf 37 Millionen Hektoliter zurück.


Neben diesen drei Ländern sind die USA, Argentinien, Australien, China, Südafrika und Chile in der Gruppe der zehn größten Weinproduzenten der Welt. Aus diesen zehn Staaten stammen mehr als 80 Prozent des weltweit produzierten Weins.


Deutschland landet mit 9,7 Millionen Hektolitern auf eben diesem Rang zehn. Die Weinproduktion nimmt hier um satte 16 Prozent zu.


Die weltweite Weinproduktion nahm in diesem Jahr im Vergleich zu 2013 um sechs Prozent ab, von 288 auf 271 Millionen Hektoliter. Das Jahr sei insgesamt gesehen von "klimatischen Widrigkeiten geprägt" gewesen, erklärte die OIV. Bei den Zahlen handelt es sich um Schätzungen.


Das französische Centre National Research Scientific (CNRS - Zentrum für wissenschaftliche Forschung) sagt voraus, dass China nach Frankreich bereits im Jahr 2018 der größte Weinproduzent sein wird. "China ist bereits jetzt weltweit der fünftgrößte Weinproduzent. In ein paar Jahren werden in China 600.000 Hektar im Ertrag stehen. Angesichts der laufenden Projekte kann man heute annehmen, dass China das erste Weinland der Welt ist, das innerhalb von fünf Jahren seine Anbauflächen verdoppelt hat", sagt Boris Petric, Anthropologe am CNRS.


Kenner der chinesischen Weinszene vermuten überdies, dass die steigende Produktion auch auf das Konsumverhalten des chinesischen Verbrauchers abfärbt und dieser mehr heimische Weine konsumiert. "Dies wird allerdings eher die Sparte der Grundweine betreffen", meint Mike Veseth, Herausgeber des Blogs Wine Economist.