Alkoholkrankheit


Die Alkoholkrankheit (auch Alkoholabhängigkeit, Äthylismus, Dipsomanie, Potomanie, Trunksucht, Alkoholsucht oder Alkoholismus genannt) ist die Abhängigkeit von der psychotropen Substanz Ethanol. Im Verlauf können sich Beschaffung und Konsum von Alkohol zum lebensbestimmenden Inhalt entwickeln. Typisch sind Zwang zum Konsum, fortschreitender Verlust der Kontrolle über das Trinkverhalten, Vernachlässigung früherer Interessen zu Gunsten des Trinkens, Leugnen des Suchtverhaltens, Entzugserscheinungen bei vermindertem Konsum, Toleranz gegenüber Alkohol („Trinkfestigkeit“) sowie Veränderungen der Persönlichkeit.


Alkoholabhängigkeit als Krankheit

Der schwedische Arzt Magnus Huss definierte im Jahr 1849 als erster den Alkoholismus als Krankheit. Er unterschied dabei zwischen der „acuten Alkoholskrankheit oder Vergiftung“ und dem „Alcoholismus chronicus“. Allerdings setzte sich diese Erkenntnis lange nicht durch. Abraham Baer, Gefängnisarzt in Berlin, hingegen bezeichnete 1878 als Alkoholismus die Summe der Folgeschäden. Erst Elvin Morton Jellinek, der zeitweise für die WHO arbeitete, setzte sich 1951 mit seiner durch die Arbeit mit den Anonymen Alkoholikern inspirierten Ansicht weltweit durch, dass Alkoholismus eine Krankheit ist.


Alkoholismus wird heute auch versicherungsrechtlich als echte Krankheit geführt und ist als typische Suchtkrankheit gekennzeichnet durch das ständig steigende Verlangen nach Suchtbefriedigung und Entzugserscheinungen nach Absetzen der Substanz. Nach übereinstimmender Auffassung ist Heilung vom Alkoholismus nur durch völlige Abstinenz im Anschluß an eine akute Entgiftung möglich. Hierbei werden Psychopharmaka, wie Clomethiazol, Benzodiazepine oder verschiedene Neuroleptika eingesetzt.

 

Die Heilungschancen sind wegen der vielen sozialen und psychischen Probleme, die mit dem Alkoholismus zusammenhängen, nicht sehr günstig und liegen derzeit bei etwa 30%. 

 

Zusätzlich problematisch: Alkohol ist neben Nikotin die einzige echte Suchtdroge, für die öffentlich geworben wird. Darüber hinaus ist Alkohol leicht verfügbar und wird bis zur Supermarktkasse sehr wirksam und prominent präsentiert. Profitorientierte Verführung zur "scheinbar harmlosen Entscheidung", die aber in Wahrheit viele Menschen ins Aus führt.