Craving

Craving ist der umgangssprachliche Ausdruck für den Suchtdruck. Das Wort kommt aus dem Englischen und bezeichnet ein unwiderstehliches Verlangen bis hin zum Zwang.


Craving kommt bei Zwangserkrankungen und Suchterkrankungen vor. Beim Patienten besteht der starke Wunsch, einen Stoff zu konsumieren (Alkohol, Drogen, Medikamente, Nikotin etc.) bzw. einer bestimmten Tätigkeit (z.B. Spielsucht) nachzugehen.

In psychologischen Theorien über die Entstehung einer Abhängigkeit nimmt das erlernte Verhalten einen wichtigen Stellenwert ein.


Demnach wird Abhängigkeit als ein erlerntes Verhalten verstanden, das durch bestimmte Reize ausgelöst wird. Diese können Umgebungsreize sein, wie zum Beispiel der Anblick einer Flasche Bier bei Alkoholabhängigen oder der Geruch von Marihuana bei Cannabisabhängigen. Ebenso gelten körperliche Entzugserscheinungen, die sehr unangenehm sein können, als auslösende Reize für abhängiges Verhalten. Das Craving wird somit durch bestimmte Reize ausgelöst, die mit dem Substanzkonsum in Verbindung gebracht werden.


In der Suchttherapie spielt speziell die Vorbeugung vor Rückfällen (Rückfallprophylaxe) in das alte Verhaltensmuster, also das süchtige Verhalten, eine wichtige Rolle. Der kontrollierte Umgang mit Craving ist daher notwendig, um die Abhängigkeit in den Griff zu kriegen.


Saufdruck

Saufdruck ist ein starkes Suchtverlangen, das alle Gedanken um die Flasche bzw. den Alkohol kreisen lässt.


Der Betroffene hat das Gefühl, dass sowieso alles egal ist und er entfliehen möchte: raus aus der Realität, raus aus dem subjektiv nicht ertragbaren Leben. Dabei kann ihm durchaus klar sein, dass seine Flucht eine Scheinflucht ist.
Wenn der Betroffene eigentlich gar nicht mehr trinken möchte, kommt es zu einem psychischen Kampf. Der Saufdruck kann sich sowohl als starkes körperliches (z B. Unruhezustand, Nervosität, Schweißausbruch), als auch als psychisches (z B. Unkonzentriertheit, Stimmungstief, Gehetztheit, das Gefühl überfordert zu sein) Symptom äußern.

Es gibt allerdings praktische Tipps, wie ein Anfall von Saufdruck bearbeitet werden kann:

  • Vertrauenspersonen anrufen, die Telefonnummern sollten immer in greifbarer Nähe aufbewahrt werden. (Mitglied einer Selbsthilfegruppe, guten Freund, Bekannte aus einer gemeinsamen Therapie etc.)
  • Ablenkung geistiger oder körperlicher Art (Sport treiben, Spazieren gehen, Bummeln, diese Webseite durchstöbern, Lesen…)
  • Viele Leute raten, möglichst viel zu trinken. Selbstverständlich Nichtalkoholisches. Wasser füllt den Magen und ein gefüllter Magen kann den Saufdruck lindern oder sogar zum Verschwinden bringen.
  • Der Besuch einer Selbsthilfegruppe kann ebenfalls helfen. In vielen Städten ist es an jedem Tag in der Woche möglich, eine Selbsthilfegruppe zu besuchen. Dabei ist vollkommen gleichgültig, welche Gruppe besucht wird, wichtig ist der Wohlfühlfaktor. Alle Gruppen empfangen neue Mitglieder in der Regel sehr freundlich. Nur Mut! Reden hilft fast immer. Wieder sind zwei trockene Stunden herum und vielleicht ist der akute Anfall von Suchtdruck dann vorbei.
  • Saufdruck kommt immer nur in Phasen, kein Mensch hat ihn durchgängig. Es gibt viele Möglichkeiten diese Phasen zu überwinden und mit der Zeit werden die Abstände zwischen ihnen länger werden.