Erkennung

Der CAGE-Test ist im Rahmen der Anamnese zur Aufdeckung eines pathologischen Alkoholkonsums geeignet. Werden mehrere der vier Fragen vom Patienten mit "Ja" beantwortet, ist eine Alkoholsucht als wahrscheinlich anzunehmen. 


Cut down Drinking
Haben Sie jemals daran gedacht, weniger zu trinken ?


Annoyance
Haben Sie jemals bei anderen Menschen Anstoß erregt, weil Sie nach deren Meinung zu viel trinken ?


Guilty
Haben Sie sich jemals wegen Ihres Trinkens schuldig gefühlt ?


Eye Opener
Haben Sie jemals morgens als erstes Alkohol getrunken, um sich nervlich zu stabilisieren oder einen Kater loszuwerden ?

Bei einem „JA“ auf eine Frage besteht Verdacht auf ein Alkoholproblem.
Bei „JA“ auf zwei oder mehr Fragen ist ein schädlicher Konsum/Alkoholmißbrauch oder -abhängigkeit wahrscheinlich.


Nach dem ICD 10 (= Internationale Klassifikation psychischer Störungen) soll eine Diagnose "Abhängigkeitssyndrom" nur dann gestellt werden, wenn bei einer betroffenen Person während des letzten Jahres mindestens drei oder mehr der folgenden Kriterien gleichzeitig vorhanden waren.


ICD –10 Fragen

  • Spüren Sie (häufig) einen starken Drang, eine Art unbezwingbaresVerlangen, Alkohol zu trinken?
  • Kommt es vor, dass Sie nicht mehr aufhören können zu trinken, wenn Sie einmal begonnen haben?
  • Trinken Sie manchmal morgens, um eine bestimmte Übelkeit oder das Zittern z.B. ihrer Hände) zu lindern?
  • Brauchen Sie zunehmend Alkohol, bevor Sie eine bestimmte ( die gewünschte Wirkung) erzielen?
  • Ändern Sie Tagespläne, um Alkohol trinken zu können bzw. richten Sie den Tag so ein, dass Sie regelmäßig Alkohol konsumieren können?
  • Trinken Sie, obwohl Sie spüren, dass der Alkoholkonsum zu schädlichen körperlichen, psychischen und sozialen Folgen führt?

Bis drei JA - Antworten = Schädlicher Alkoholkonsum.
Ab drei JA - Antworten = Alkoholabhängigkeit.


Neue ärztliche Aufgaben bei Alkoholproblemen

Patientinnen und Patienten mit Alkoholproblemen sind sehr häufig in den Praxen niedergelassener Ärzte und Abteilungen der Allgemeinkrankenhäuser zu finden. Dabei sind Ärzte auf kaum eine andere Patientengruppe durch Studium und Weiterbildung so wenig vorbereitet. Die Folge sind Unbehagen im Umgang mit Suchtpatienten und Mängel bei der Diagnosestellung. In der Regel werden weniger als die Hälfte der therapiebedürftigen Alkoholprobleme richtig erkannt. Als Grund für die Defizite in Diagnosestellung und Einleitung einer adäquaten Therapie werden häufig die geringen Heilungsaussichten genannt. Es ist ein Anliegen des vorliegenden Beitrags aus dem Deutschen Ärzteblatt, diesen Eindruck zu korrigieren und die ermutigenden Erfolgszahlen jüngerer Therapieevaluationsstudien zu verbreiten. Angesichts der Inanspruchnahme diagnostischer und therapeutischer Leistungen wird das Potenzial eines verstärkten ärztlichen Engagements deutlich.


Verhaltensmuster bei Alkoholmissbrauch

Wiederholter Substanzgebrauch, der zu einem Versagen bei der Erfüllung wichtiger Verpflichtungen bei der Arbeit, in der Schul oder zu Hause führt. (z.B. wiederholtes Fehlen oder schlechte Arbeitsleistung wegen des Substanzkonsums; wegen Substanzgebrauchs versäumte Schulstunden oder Schulausschluss; Vernachlässigung der Kinder oder des Haushalts).

Wiederholter Substanzgebrauch in Situationen, in denen es aufgrund des Konsums zu einer körperlichen Gefährdung kommen kann (z.B. betrunken Auto fahren oder eine Maschine bedienen).

Wiederkehrende Probleme mit dem Gesetz in Zusammenhang mit dem Substanzgebrauch (z.B. Verhaftungen wegen substanzinduziertem Erregen öffentlichen Ärgernisses).

Fortgesetzter Substanzgebrauch trotz ständiger oder wiederholter sozialer oder zwischenmenschlicher Probleme, die durch Auswirkungen der psychotropen Substanz verursacht oder verstärkt werden (z.B. Auseinandersetzung mit dem Partner wegen Konsequenzen einer Intoxikation; Streit mit Verwendung physischer Gewalt).