Extinktion, wie ich sie verstehe

Lernen geht in der Regel recht schnell. Jeder kennt ja die Geschichte vom Kind und dem Griff auf die Herdplatte. Eventuell auch aus eigener Erfahrung. Normalerweise hat man nach dem zweiten oder dritten Handflächenkontakt mit der heißen Kochstelle „gehirngerecht“ gelernt, dass es der Gesundheit nicht förderlich ist nackte Haut auf „glühenden“ Stahl zu legen.

Mit dem Verlernen ist das schon viel schwieriger. An obigem Beispiel kann man dies erkennen. Warum sollte ich jetzt meine Hand auf die Herdplatte legen? Selbst eine längst abgekühlte Platte wird von mir erst einmal kurz angeditscht.

Speziell wenn es darum geht, Gewohnheiten und Verhaltensstörungen abzulegen. Zum Beispiel in Bezug auf die diversen Süchte, welche in unserer zivilisierten und konditionierten Welt leider fast jeden betreffen. Diese können Alkohol, Drogen, Spiel, Medikamente, Kaufrausch, sexuelle Abnormitäten, Gewalt, Machtstreben, Gier und vieles mehr betreffen.

Verlernen ist ein sehr langer Prozess, welcher eine hohe Aufmerksamkeit, gesunden Menschenverstand und Willenskraft erfordert. Ein komplettes Löschen gelernter Handlungen ist nicht möglich, allenfalls kann versucht werden ein Plan B zu etabliert, der die erlernte Reaktion auf ein anderes Ereignis umlenkt, sprich eine andere Reaktion auslöst.