Behandlungsformen

Entgiftung

 

Die Entgiftung (Alkoholentzug) erfolgt meist stationär in einer speziellen Entgiftungsstation für Alkoholkranke. Dies hat den Vorteil, dass ein großer Teil der (u. U. auch lebensbedrohlichen) Entzugssymptome unter ärztlicher Aufsicht mit Medikamenten behandelt werden kann. In leichteren Fällen verbreitet sich zunehmend die ambulante Entzugsbehandlung.

 

In Deutschland üblich ist die Verwendung von „Distraneurin“ (Wirkstoff Clomethiazol, nicht zugelassen in Österreich) oder eines Präparates vom Benzodiazepin-Typ (etwa Diazepam, Clorazepat) sowie oftmals blutdrucksenkende Mittel der Wirkstoffgruppe der Imidazoline (etwa Clonidin). Unterstützend werden meist auch sedierende trizyklische Antidepressiva und nieder- oder mittelpotente Neuroleptika verabreicht.

 

Im Delirium tremens erhält der Patient ein hochpotentes Antipsychotikum, etwa Haloperidol. Alternativ zu Clomethiazol oder Benzodiazepinen ist auch das sogenannte TT-Schema üblich, bei dem das Neuroleptikum Tiaprid und das Antiepileptikum Carbamazepin gegeben werden. Um die Gefahr von Krampfanfällen zu reduzieren, empfiehlt sich die Verwendung eines Antiepileptikums, wobei sowohl Clomethiazol als auch die Benzodiazepine selbst schon antiepileptisch wirken. Hat der Patient den Entzug überstanden, ist sein Körper vom Alkohol entgiftet.

 

Entwöhnung


Da Suchtverhalten nicht nur im Körper abläuft, reicht eine körperliche Entgiftung allein in der Regel nicht aus, um längerfristig vom Alkoholkonsum wegzukommen. Im Rahmen einer qualifizierten Entzugsbehandlung wird Ihnen gezeigt, wie Sie es schaffen können, dauerhaft abstinent zu leben. Deswegen ist auch eine Entwöhnungsbehandlung nach der Entgiftung sinnvoll und empfehlenswert. Rat zu diesem Thema finden Sie auch bei den psychosozialen Beratungsstellen und bei speziellen Selbsthilfegruppen.


1) Stationäre Entwöhnung

Eine stationäre Entwöhnungsbehandlung ermöglicht Ihnen, auch psychisch von der Sucht loszukommen. Während der Entwöhnung setzen Sie sich mit den Ursachen Ihrer Sucht auseinander. Ihre Persönlichkeit wird gestärkt. Sie lernen, Verantwortung zu übernehmen und Ihr Leben an die bestehende, reale Welt anzupassen. Dies ebnet Ihnen den Weg in ein alkoholfreies Leben. Zu Beginn einer Entwöhnungsbehandlung sollten Sie aber bereits abstinent sein, bzw. Ihre Entzugsbehandlung abgeschlossen haben. Neben der vollstationären Behandlung gibt es aber auch teilstationäre und ambulante Angebote, sowie Kombinationen daraus.


2) Teilstationäre Entwöhnung

Teilstationäre Behandlungsangebote sind für Menschen gedacht, bei denen eine ambulante Rehabilitation alleine nicht ausreichen würde, die aber auch keine vollstationäre Behandlung benötigen. Wenn Sie in einem sozialen Umfeld leben, das Sie bei Ihrem Vorsatz, abstinent zu bleiben, unterstützt und fördert, könnte das der richtige Weg für Sie sein.


3) Ambulante Entwöhnung

Suchtmittelabhängige, bei denen die Erkrankung noch nicht zu schwerwiegenden Folgeproblemen geführt hat und die sozial gut integriert sind, können bei den Suchtberatungsstellen das Angebot der ambulanten Entwöhnungsbehandlung wahrnehmen.


4) Kombi-Therapie

Im Rahmen dieser Therapie werden stationäre und ambulante Behandlungsabschnitte gekoppelt. Am Anfang steht eine in der Regel ca. 8-wöchige vollstationäre Entwöhnungsbehandlung. Im Anschluss daran wird die Therapie dann ambulant fortgesetzt. Ansprechpartner für diese Art der Behandlung sind die Suchtberatungsstellen.


Wie kommt man zu einem Therapieplatz?

Wenn Sie sich für eine Therapie entschieden haben, sollten Sie folgendermaßen vorgehen:

Nehmen Sie zunächst Kontakt mit der Suchberatungsstelle auf. Dort erhalten Sie alle nötigen Informationen. In einer sogenannten Informations- und Motivationsgruppe können Sie sich auf Ihre Therapie vorbereiten. In der Suchtberatungsstelle wird auch geklärt, wer die Kosten für die Behandlung übernimmt (Krankenkasse, Rentenversicherungsträger, Sozialhilfeträger).


Daneben wird Ihnen die Suchtberatungsstelle helfen, die für Sie geeignete Therapieeinrichtung zu finden.

Wenn die Voraussetzungen für eine Therapie erfüllt sind und eine Kostenzusage vorliegt, sollten Sie, bevor Sie in diese Therapie einsteigen, einen Termin zum körperlichen Entzug (Entgiftung) in der Klinik vereinbaren.


Wie geht es nach der Therapie weiter?

Die Suchtberatungsstellen haben verschiedene Angebote, die Sie auch nach der Entwöhnungsbehandlung wahrnehmen können. Ein entscheidender Faktor für den nachhaltigen Erfolg der Therapie ist jedoch die regelmäßige Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe.