Werden Sie selbst aktiv!

Seit vielen Jahren haben sich Selbsthilfegruppen wie Anonyme Alkoholiker, Blaues Kreuz, Guttempler oder Kreuzbund bewährt. Hier treffen sich in regelmäßigen Abständen trockene und auch nicht-trockene Alkoholiker, die über ihr gemeinsames Problem (und ihre persönlichen Probleme) sprechen. Auch die Familie kann mit einbezogen werden. Selbsthilfegruppen wirken sehr unterstützend auf den Therapieerfolg. Manchmal können sie sogar als Alternative zur klassischen Therapie in Betracht kommen, besonders, wenn der Patient genügend Rückhalt durch Familie und Freunde hat.

 

Alkoholabhängigkeit ist immer auch Interaktion mit den Mitmenschen. Diese sind deshalb in die Behandlung einzubeziehen. Lebenspartner, Kinder und ggf. Kollegen spielen bei der Änderung auch des eigenen Verhaltens eine wichtige Rolle. Auch für Angehörige und Freunde von Alkoholikern gibt es Selbsthilfegruppen, sowohl gemeinsam mit wie auch getrennt von den Selbsthilfeangeboten für Alkoholkranke.

 

Gruppengespräche bedeuten Hilfe durch Menschen, die sich mit Ihren Problemen auseinandergesetzt haben und diese erfolgreich und langfristig gelöst haben.

 Diese Hilfe kann allerdings nur "erfahren", wer für sich selbst erkannt hat, dass sich etwas in seinem Leben ändern muss. Dieser Wille ist unbedingt notwendig, da sonst die Chancen, von der Sucht loszukommen extrem eingeschränkt sind.


 

Das Gefühl der Freiheit von der Sucht entwickelt sich in unterschiedlichen Phasen. Genau hier ist der Besuch einer Gruppe absolut zu empfehlen. Denn schwere Momente versucht man hier gemeinsam zu analysieren und motiviert sich gegenseitig "frei" zu bleiben. Die Gruppe gibt Rückhalt und gleichzeitig Ansporn.

 In der Gruppe trifft man auf Verständnis und jahrelange Erfahrung.
 Hier sitzen keine studierten Mediziner oder Psychologen, sondern Menschen, welche alle sehr ähnliche Leidenswege durchgemacht haben und daher die Problematik ganz genau kennen.




Fragen und Antworten

"Ich bin konfessionslos. Kann ich trotzdem in eine Gruppe gehen?"
Ja, selbstverständlich. Alkoholabhängigkeit und Sucht sind keine Frage der Religion. Die Gruppenmitglieder gehören unterschiedlichen Glaubensgemeinschaften an.


"Mein Partner trinkt und will sich nicht helfen lassen. Kann ich alleine als Angehörige/r die Gruppe besuchen?"
Ja! Nutzen Sie die Erfahrungen der Gruppe für sich. Viele Gruppen bestehen sogar aus einem grossen Anteil Co-Abhängiger, die ohne Ihren Partner kommen und gerade hier wichtige Unterstützung erhalten.


"Ich bin mir noch nicht sicher, ob eine Gruppe das richtige für mich ist. Kann ich einfach mal reinschnuppern?"
Natürlich, denn ob man in eine Gruppe passt, hängt ja ganz stark von der Gemeinschaft ab. Die meisten Gruppen sind offen und Sie können deshalb auch einfach mal unverbindlich dabeisein.


"Ich bin beruflich stark eingespannt. Muss ich an jedem Gruppenabend anwesend sein?"
Das wäre schön, weil es Ihnen hilft, Ihre Sucht langfristig in den Griff zu bekommen. Aber Sie entscheiden frei, wann Sie kommen wollen. Der größte Teil der Gruppenmitglieder ist berufstätig und hat ähnliche Zeitprobleme.


Erfahrungen aus Selbsthilfegruppen

"Das schaffst Du alleine!"
"Viele wertvolle Jahre meines Lebens erkannte ich nicht, das ich allein keine Chance hatte. Heute bin ich froh, den Schritt in die Gruppe gemacht zu haben." O. Gruppenmitglied seit 2007

"Ich kann problemlos auch mal ohne!"
"Das hatte ich viele Jahre geglaubt und mir eigentlich nur selbst etwas vorgemacht. Denn der Alkohol beherrschte mein Leben schon lange mehr und mehr. Nach ein paar alkoholfreien Tagen war der Saufdruck
jedes mal noch größer." N. Gruppenmitglied seit 1995

"Ich bin schuld, dass mein Partner trinkt."
"Jahrelang habe ich mir Vorwürfe gemacht, ich sei schuld an der gemeinsamen Situation und dem daraus resultierenden Alkoholkonsum meines Mannes. Dann endlich erkannte ich, das mein Mann krank war. Wir besuchen beide die Gruppe." I. Gruppenmitglied seit 1997



"Mein Alkoholkonsum ist ganz normal."
"In Wahrheit brauchte ich immer mehr. Man sah mir meinen ständigen Alkoholpegel auch nicht sofort an. Solange immer genug Stoff in der Nähe war ging es mir gut. Sonst wurde ich sehr unruhig."
K. Gruppenmitglied seit 1996

"Alles bleibt an mir hängen!"
"Als Mutter und Hausfrau fehlte mir die Anerkennung meiner täglichen Arbeit für die Familie. Diese ging über die Jahre einfach verloren. Anstatt mich jedoch jemandem anzuvertrauen, fing ich an zu trinken.
Heimlich. Um ein Haar hätte ich alles verloren."
M. Gruppenmitglied seit 2005

"Angst davor, wie ich den nächsten Arbeits-Tag ohne Alkohol schaffen soll? Ungeduldig das Arbeitsende erwartend?"
"So ging es mir bis vor etwas über 2 Jahren täglich. Seitdem freue ich mich jeden Tag aufs Neue, die Tage nun ohne Angst und mit Gelassenheit zu bewältigen. Die Gruppe ist mir hierbei eine beständige Stütze. K.M. Gruppenmitglied seit 2006



"Ich kann diesem Druck nicht mehr standhalten. Zuerst den Führerschein abgenommen, danach Schwierigkeiten am Arbeitplatz. Was passiert, wenn ich meine Arbeit verliere?"
"Während meiner stationären Therapie spielte ich mit meinem Psychologen mehrere Szenen in einem Rollenspiel durch. Nur eine Abstinenz kann meinen Arbeitsplatz sichern. Aber, wie behandelt mich mein Umfeld nach der Therapie? Denn ich habe mich verändert, mein Umfeld sich aber nicht." N. Gruppenmitglied seit 1997

"Alkohol zerstört unsere Beziehung"
"Erst bei einer ambulanten Therapie wurde mir klar, dass ich nicht helfen kann, sondern Druck auf den Partner ausüben muss."
R. Gruppenmitglied seit 2004

"Wenn Du nicht rauchst, wirst Du bewundert - wenn Du kein Fleisch isst, wirst Du belächelt - wenn Du nicht trinkst, wirst Du bemitleidet."
O.E. Gruppenmitglied seit 2007



Spezielle Arbeitsfelder der DHS

Kinder aus Suchtfamilien.
Suchterkrankungen erfassen gesamte Familiensysteme. Sämtliche Personen aus dem nahen Umfeld sind mehr oder weniger betroffen. Kinder suchtkranker Eltern erleben eine gravierende Beeinträchtigung und Gefährdung ihrer persönlichen Entwicklung. Weiterlesen

Aktiv werden bei Konsum und Sucht am Arbeitsplatz. Der Konsum von Suchtmitteln hat unmittelbare Folgen für die Arbeitswelt. Ernste Probleme für betroffene Mitarbeiter und Arbeitgeber entstehen nicht erst dann, wenn eine Abhängigkeitserkrankung bereits vorliegt. Auch riskanter und gesundheitsgefährdender Konsum wirkt sich auf Verhalten, Leistungsfähigkeit und Betriebsklima aus. Weiterlesen

Sucht kennt keine Altersgrenzen. Alkohol, Tabak und psychoaktive Medikamente führen auch im höheren und hohen Lebensalter zu Missbrauch und Abhängigkeit sowie weiteren schweren gesundheitlichen Schäden. Auch bei illegalen Drogen gibt es eine wachsende Gruppe älterer Konsumenten, deren Bedarf an Hilfe und Unterstützung über die Behandlung der Drogenabhängigkeit hinausgeht.

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